Bunter Schriftzug Kinderladen Donnerlüttchen e.V.

Die Kinder

Die individuellen Bedürfnisse und Kompetenzen der Kinder stehen stets im Mittelpunkt all unseres Tuns, und das fängt natürlich bereits mit der Eingewöhnung an. Schon vor dem offiziellen Beginn bei uns bieten wir – auf Wunsch und nach Absprache mit dem Team – unseren neuen Schützlingen an, uns gelegentlich mit einem Elternteil zu besuchen. Auf diese Weise sind weder die Erzieher und die Kinder noch die Räumlichkeiten völlig unbekannt, wenn es dann richtig losgeht, was die Eingewöhnungen erfahrungsgemäß wesentlich verkürzt und vereinfacht.

Wir wollen, dass die Kinder bei uns einen geschützten, familiären Raum finden, in dem sie in ihrer jeweiligen Persönlichkeit respektiert und gefördert werden und fröhlich groß werden können. Die Kinder werden bei uns zur Selbstständigkeit angeleitet und lernen, kompetent mit eigenen Wünschen und Interessen umzugehen, wobei uns auch die Fähigkeit zur konstruktiven Konfliktlösung ein wichtiger Erziehungsauftrag ist. Zu diesem Zweck schaffen wir unseren Kindern eine Umgebung, in der elementare Regeln des Zusammenseins eingeübt werden, in der sie sich aber auch in größtmöglicher Freiheit ausprobieren können, ohne von einem allzu starren Regelwerk oder einem minutiös durchgeplanten Alltag eingeengt zu werden. Ein geregelter Tages- und Wochenrhythmus bildet hierfür einen verlässlichen Rahmen.

...im Kindergarten

Wie in jedem Kindergarten, so wird natürlich auch im Donnerlüttchen gesungen und gemalt, gelesen und gebastelt. Doch unser Aktivitätsschwerpunkt ist – nicht nur aufgrund unserer städtischen Lage – die Bewegung und damit die Förderung der Motorik. Unser kleiner Garten bietet Möglichkeiten zum Spielen, Klettern und Toben, aber auch zum Pflanzen oder zum Handwerken.

In den Zeiten, die wir im Kindergarten verbringen, können die Kinder (auch parallel zu Angeboten von Erzieherseite) über weite Strecken selbst entscheiden, wonach ihnen ist – wer es ruhiger mag, malt, spielt oder lässt sich Bücher vorlesen, wer gerade Energie loszuwerden hat, kann im Bewegungsraum nach Herzenslust wild und laut sein. Dort laden Sprossenwand, dicke Matten, Kissen und Decken, Hängematten und Spieltücher die Kinder ein, ihre Energie spielerisch einzusetzen. Denn nur wenn Kinder ausreichend Bewegung haben, können sie auch zur Ruhe kommen und sich konzentrieren.

...unterwegs

Bei einem Kindergarten mit dem Schwerpunkt Bewegung reichen auf Dauer ein Garten und ein Bewegungsraum natürlich nicht aus – wir sind dementsprechend viel und gerne unterwegs! Unsere wöchentlichen Wald- bzw. Ausflugstage beispielsweise verbinden vieles, was sowohl uns als auch den Kindern wichtig ist und Freude bereitet. So fahren wir regelmäßig in den Volkspark oder den Jenischpark, wo es sich wunderbar herumstromern lässt, wo es Platz zum Toben und Rennen und Bäume zum Klettern und so unendlich vieles zu entdecken gibt. Und Schwimmbäder und Elbfähren sind vor unserer Unternehmungslust ebenso wenig sicher wie die Schrebergärten duldsamer Donnerlüttchen-Eltern.

Und zugleich sind wir – bereits seit 1984 - fest verankert in Ottensen und legen Wert darauf, dass die Kinder ihren Stadtteil kennenlernen und ihn sich zu eigen machen. Dementsprechend führen uns unsere Ausflüge auch an den Elbstrand, ins Altonaer Museum oder einfach für begeistert gemeinsam erledigte Besorgungen auf den Markt, ins Mercado oder in den Baumarkt, und auch die Spiel- und Bolzplätze des Viertels werden von uns beständig genutzt. Bei alledem ist es immer wieder verblüffend zu sehen, wie mobil und unternehmungslustig schon unsere Jüngsten sind.

Dies gilt auch für das Sahnehäubchen des Donnerlüttchen-Jahres: unsere jährliche Kinderreise! Einmal im Jahr, meist im Frühsommer, fahren wir mit allen mindestens 3-Jährigen gemeinsam für drei Tage in ein Schullandheim im Hamburger Umland. Während dieser Zeit findet die Betreuung ausschließlich auf der Kinderreise statt, nicht aber im Kinderladen. Die Kinder genießen die Tage auf dem Land in vollen Zügen, die Gruppe wächst noch enger zusammen, und es stärkt das Selbstbewusstsein der Kinder ungemein, einmal ohne Eltern auf Reisen zu gehen. Die Kinder haben dabei meist viel zu viel zu erleben, um an Heimweh zu leiden. Und falls sich doch einmal jemand zwischendurch etwas verloren fühlt, gibt es schließlich stets genügend verfügbare Erzieherarme und tröstende, aufmunternde und ablenkende fröhliche kleine Freunde...

...essen

Gesundes Essen ist nicht nur für die körperliche Entwicklung wichtig, sondern hat auch eine wichtige soziale Komponente: Beim gemeinsamen Essen kommen wir zur Ruhe, unterhalten uns und festigen dabei die sozialen Bindungen.

Von 8.30 bis 9.00 Uhr findet deshalb bei uns für alle anwesenden Kinder ein gemeinsames Frühstück statt, das diese selbst von zu Hause mitbringen. Am späten Vormittag gibt es noch etwas Obst oder Gemüse, bevor dann mittags Vollwertkost (zweimal in der Woche aus kontrolliert ökologischem Anbau) auf den Tisch kommt, wahlweise mit Fisch, Fleisch (zertifiziertem Biofleisch) oder vegetarisch. Zum Abschluss der Kernzeit um 15.00 Uhr gibt es noch einmal eine Teestunde mit Obst, Gemüse oder einem sonstigen kleinen Snack. Natürlich beachten wir die spezifischen Ernährungsweisen einzelner Kinder und nehmen auf Allergien und Unverträglichkeiten Rücksicht.

Einen besonderen Bezug zum Essen bekommt man aber natürlich auch und besonders, wenn man es selbst zubereitet. Dementsprechend kommt es regelmäßig vor, dass wir unsere eigene Gemüsesuppe zubereiten, Kekse backen, Marmelade kochen oder auch Kartoffelchips aus unseren selbst gezogenen Kartoffeln machen. Und wenn dann auch noch das Wetter mitspielt, können wir unsere Mahlzeiten sogar im Garten neben unserem Hochbeet einnehmen.

...lernen

Gelernt wird bei uns stets und ständig, auf alle möglichen Arten, in unterschiedlichsten Zusammenhängen und oft einfach ganz nebenbei. Wir malen viel, erkunden die Welt der Farben und Formen und üben beim Basteln den Umgang mit Schere und Kleber. Dabei stärken die Kinder neben ihrer Konzentrationsfähigkeit die Geduld mit sich und anderen sowie das Zutrauen in ihre eigenen Fähigkeiten. Sie entwickeln Ausdauer und erleben, wie schön es ist, eine Sache wirklich zu Ende zu bringen. Und ganz nebenbei lässt sich mit dem Selbstgebastelten nicht nur die ganze Familie erfreuen, sondern auch der Kinderladen kunterbunt dekorieren.

Außerdem sind natürlich unsere wöchentlichen Wald- und Ausflugstage Erkundungsausflüge in die Natur. Die Kinder lernen die verschiedensten Bäume, Blätter und Pflanzen kennen und beobachten mit Begeisterung alles, was sich an Tieren unterwegs so aufstöbern lässt. Die Inhalte der Ausflüge werden dann wiederum in unsere Projekt- und Bastelarbeiten aufgenommen, was für nachhaltige Lernprozesse sorgt. Und schließlich macht natürlich Bewegung einfach Spaß und fördert ganz nebenbei die motorische wie auch die geistige, soziale und kognitive Entwicklung unserer Kinder.

Unsere „Großen“ haben irgendwann auch weitergehende Bedürfnisse, was das Lernen angeht, und sollen natürlich nicht unvorbereitet in die Schule kommen. Dementsprechend üben wir mit ihnen auf spielerische Art den Umgang mit Zahlen und Buchstaben sowie das selbstständige Durchführen gestellter Aufgaben. Die Kinder lernen dabei, eine längere Zeit stillzusitzen, zuzuhören und sich konzentriert mit einer Sache auseinanderzusetzen. Und sie werden immer besser darin, ihre Vorstellungen und Ideen zu artikulieren und die feinmotorische Bewegung der Hand bei ihren diversen Übungen zu trainieren.

Wichtig ist uns außerdem, dass die Älteren ihre Rolle als „die Großen“ bewusst erleben, bevor sie in der Schule wieder „die Kleinen“ werden. Deshalb haben sie ein paar kleine Privilegien, aber auch eine Vorbildfunktion, die sie unserer Erfahrung nach sehr ernst nehmen – eine Stärkung ihres Selbstvertrauens für die kommenden Herausforderungen in der Schule.